Kontaktlinsen einsetzen 2026
Kontaktlinsen zum ersten Mal einzusetzen fühlt sich unnatürlich an. Das Auge versucht reflexartig, alles abzuwehren, was sich nähert. Dieser Schutzreflex ist normal – und er lässt sich trainieren. Wer die richtige Technik kennt und ein paar Grundregeln versteht, hat nach wenigen Versuchen keine Probleme mehr.
Vorbereitung: Was vor dem ersten Einsetzen wichtig ist
Ohne saubere Hände geht gar nichts. Das klingt selbstverständlich, ist aber der häufigste Fehler bei Kontaktlinsenträgern. Reste von Creme, Seife oder Parfüm auf den Fingerkuppen können die Linse verunreinigen und im schlimmsten Fall zu Reizungen oder Infektionen führen.
Hände gründlich mit einer parfümfreien Seife waschen, anschließend mit einem fusselfreien Tuch abtrocknen. Fluseln auf der Linse sind schwer zu entfernen und machen das Einsetzen deutlich schwieriger.
Dann die Linse aus dem Behälter nehmen und auf die Kuppe des Zeigefingers legen. Jetzt kurz prüfen: Liegt die Linse korrekt, also schalenförmig nach oben gewölbt? Ein einfacher Test ist der Rand. Steht er gerade nach oben, ist die Linse richtig herum. Klappt er leicht nach außen, ist sie umgestülpt.
Kontaktlinsen einsetzen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Position vor dem Spiegel
Stell dich vor einen gut beleuchteten Spiegel, idealerweise einen Tischspiegel, der nahe am Gesicht ist. Das Licht von oben oder von der Seite hilft, die Linse und das Auge gleichzeitig im Blick zu behalten.
Schritt 2: Lider fixieren
Mit dem Mittelfinger der einführenden Hand das Unterlid nach unten ziehen. Mit dem Zeigefinger oder Mittelfinger der anderen Hand das Oberlid nach oben halten. Das Ziel: Das Auge so weit öffnen, dass der Blinzelreflex unterdrückt wird. Viele Anfänger greifen dabei zu zaghaft, was das Einsetzen schwerer macht, nicht leichter.
Schritt 3: Linse platzieren
Mit der Linse auf dem Zeigefinger langsam und direkt auf den Augapfel zugehen. Den Blick dabei geradeaus oder leicht nach oben richten, nicht auf die Linse schauen. Die Linse auf die Hornhaut setzen, kurz innehalten, dann die Lider loslassen.
Schritt 4: Linse zentrieren
Nach dem Einsetzen einmal blinzeln. Die Linse setzt sich dadurch auf der Hornhaut. Falls das Bild leicht verschwommen ist oder ein Fremdkörpergefühl besteht, ist die Linse möglicherweise nicht perfekt zentriert. Einfach das Lid schließen und die Linse durch sanften Druck über das Lid in die Mitte schieben.
Schritt 5: Sitz kontrollieren
Klares Sehen ohne Irritation bedeutet: Die Linse sitzt. Ein leichtes Kribbeln in den ersten Minuten ist normal, klingt aber rasch ab. Anhaltende Schmerzen, Rötung oder verschwommenes Sehen sind Hinweise, dass die Linse verunreinigt, beschädigt oder falsch herum eingesetzt ist.
Kontaktlinsen herausnehmen: So funktioniert es
Das Herausnehmen ist für die meisten einfacher als das Einsetzen. Trotzdem gibt es eine häufige Fehlerquelle: die Linse direkt von der Hornhaut ziehen, statt sie vorher zur Seite zu schieben.
Den Blick nach oben richten, mit dem Zeigefinger die Linse vorsichtig nach unten auf die Sklera (das Weiße des Auges) schieben. Dann mit Daumen und Zeigefinger zusammendrücken und herausnehmen. Keine Fingernägel, keine Gewalt.
Kontaktlinsen-Typen: Welche Linse passt zu welchem Bedarf?
Tageslinsen
Einmal tragen, dann entsorgen. Tageslinsen sind die hygienischste Option, da sie keine Pflegemittel und keine Aufbewahrungsboxen benötigen. Ideal für unregelmäßige Träger, Allergiker und alle, die unkomplizierte Handhabung schätzen. Kostentechnisch liegen sie pro Trageeinheit höher als Monatslinsen, dafür entfällt der Pflegeaufwand komplett.
Monatslinsen
Bis zu 30 Tage wiederverwendbar, täglich reinigen und in Pflegelösung aufbewahren. Monatslinsen sind für regelmäßige Träger wirtschaftlicher. Voraussetzung ist eine konsequente Pflegewroutine, sonst erhöht sich das Infektionsrisiko deutlich.
Jahreslinsen
Werden seltener empfohlen und sind in vielen Ländern aus dem Sortiment verschwunden. Der verlängerte Tragezykus erhöht das Risiko von Ablagerungen und Hornhautkomplikationen. Wer noch Jahreslinsen trägt, sollte mit dem Augenarzt besprechen, ob ein Wechsel auf kürzere Austauschintervalle sinnvoll ist.
Torische Linsen
Speziell für Menschen mit Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Die Linse hat eine definierte Ausrichtung und darf sich im Auge nicht verdrehen, da sie sonst nicht korrekt korrigiert. Moderne torische Linsen haben Stabilisierungszonen, die das verhindern.
Multifokale Kontaktlinsen
Das Pendant zur Gleitsichtbrille. Für Presbyopie-Träger ab ca. 40 Jahren. Die Eingewöhnungszeit ist etwas länger als bei Einstärklinsen, weil das Gehirn lernen muss, die unterschiedlichen Zonen zu nutzen.
Hygiene und Pflege: Was Kontaktlinsenträger täglich beachten müssen
Pflegelösung richtig anwenden
Nicht alle Pflegelösungen sind gleich. Wasserstoffperoxid-Systeme desinfizieren gründlicher als Kombi-Lösungen, brauchen aber zwingend die vorgeschriebene Einwirkzeit von sechs Stunden. Wer die Linse zu früh herausnimmt, riskiert schwere Verätzungen. Kombi-Lösungen sind einfacher in der Handhabung, aber bei empfindlichen Augen manchmal weniger verträglich.
Aufbewahrungsbehälter mindestens alle drei Monate wechseln. Nach dem Befüllen mit frischer Lösung den leeren Behälter kurz mit der Lösung ausspülen, nicht mit Leitungswasser. Leitungswasser enthält Keime, die Hornhautinfektionen verursachen können.
Was Kontaktlinsenträger vermeiden sollten
Duschen mit Linsen ist keine gute Idee. Wasser aus der Leitung, auch sauberes, enthält Mikroorganismen wie Acanthamoeba, die schwere Hornhautentzündungen verursachen können. Das gilt auch für das Schwimmbad.
Schlafen mit Linsen – auch nicht, es sei denn, die Linsen sind explizit als Nachtlinsen zugelassen. Normales Schlafen mit Linsen reduziert den Sauerstoffgehalt an der Hornhaut und begünstigt Gefäßeinwachsungen.
Kein Makeup vor den Linsen einsetzen. Erst Linsen rein, dann Makeup. Beim Abschminken umgekehrt: erst Makeup entfernen, dann Linsen herausnehmen.
Tragezeiten einhalten
Auch hochsauerstoffdurchlässige Silikon-Hydrogel-Linsen haben empfohlene Tragezeiten. Acht bis zehn Stunden pro Tag sind ein solider Richtwert. Augen, die länger als zwölf Stunden mit Linsen versorgt sind, zeigen häufiger Rötungen und Trockenheitssymptome.
Kontaktlinsen bei trockenen Augen: Was wirklich hilft
Trockene Augen und Kontaktlinsen – das ist für viele die größte Herausforderung. Besonders in klimatisierten Büros, bei langer Bildschirmarbeit oder in trockener Heizungsluft nimmt das Trägegefühl deutlich ab.
Die richtige Linse wählen
Nicht alle Materialien behalten Feuchtigkeit gleich gut. Silikon-Hydrogel-Linsen haben eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit, können aber bei manchen Trägern trockener wirken als ältere Hydrogel-Materialien. Tageslinsen mit integriertem Feuchtigkeitsmittel (wie Hyaluronsäure) sind für trockene Augen oft die bessere Wahl.
Befeuchtungstropfen gezielt einsetzen
Augentropfen für Kontaktlinsenträger unterscheiden sich von normalen Trockene-Augen-Tropfen. Sie enthalten keine Konservierungsmittel, die Linsenmaterial angreifen könnten. Tropfen mit Hyaluronsäure oder Carboxymethylcellulose sind gut verträglich und bilden einen stabilen Tränenfilm.
Den Lidschlag bewusst einüben
Klingt trivial, ist aber ein echter Faktor. Wer konzentriert auf den Bildschirm schaut, blinzelt bis zu 60 Prozent seltener als normal. Das Ergebnis: trockene Augen, gereizte Linsen. Die 20-20-20-Regel hilft: Alle 20 Minuten 20 Sekunden lang auf einen Punkt schauen, der mindestens 20 Fuß (ca. 6 Meter) entfernt ist.
Wann ein Wechsel zur Brille sinnvoll ist
An manchen Tagen sind Kontaktlinsen keine gute Idee: bei Erkältungen, Bindehautentzündungen, starkem Wind oder sehr langen Reisetagen. Eine Brille als Backup zu haben ist kein Rückschritt, sondern gute Planung.
FAQ: Kontaktlinsen einsetzen und tragen
Wie lange dauert es, bis man Kontaktlinsen problemlos einsetzen kann?
Die meisten Einsteiger brauchen drei bis sieben Einübungsversuche, bis das Einsetzen flüssig klappt. Wer täglich übt, ist nach einer Woche routiniert. Entscheidend ist, nicht unter Zeitdruck zu stehen.
Kann man Kontaktlinsen verlieren, also hinter das Auge rutschen?
Nein. Das Auge ist durch eine Schleimhautfalte (Bindehaut) begrenzt, die verhindert, dass Fremdkörper hinter den Augapfel gelangen können. Eine Linse, die "weg" ist, sitzt in der Regel unter dem Oberlid und lässt sich durch sanftes Massieren herausbewegen.
Was tun, wenn die Linse im Auge reißt?
Ruhig bleiben, reichlich Kochsalzlösung oder Augentropfen ins Auge geben. Beide Teile einzeln herausnehmen. Keine Panik: Linsenmaterial ist körperverträglich und verursacht keine dauerhafte Verletzung.
Dürfen Kinder Kontaktlinsen tragen?
Aus medizinischer Sicht ist das Alter kein hartes Kriterium. Entscheidend ist, ob das Kind verantwortungsbewusst genug für die Pflegeroutine ist. Viele Augenärzte empfehlen Kontaktlinsen ab dem Schulalter, wenn das Kind selbst motiviert ist.
Was kostet ein Jahresvorrat Kontaktlinsen?
Das hängt stark vom Linsentyp ab. Tageslinsen für ein Jahr kosten bei Nasenfahrrad24.de je nach Marke zwischen 80 und 200 Euro pro Auge. Monatslinsen sind im Jahresvergleich günstiger, erfordern aber zusätzlich Pflegelösung und Behälter.
Kann man Kontaktlinsen mit einer Hornhautverkrümmung tragen?
Ja. Torische Linsen korrigieren Astigmatismus zuverlässig. Das Sortiment an torischen Tages- und Monatslinsen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, auch stärkere Verkrümmungen lassen sich heute komfortabel versorgen.
Was ist der Unterschied zwischen Kontaktlinsen für trockene Augen und normalen Linsen?
Linsen für trockene Augen bestehen aus Materialien, die Feuchtigkeit besser speichern oder sind mit Befeuchtungsmitteln wie Hyaluronsäure ausgestattet. Sie geben diesen Wirkstoff kontinuierlich ab, was den Tragekomfort über den Tag hält.
Kontaktlinsen bei Nasenfahrrad24.de
Bei uns findest du Tages-, Monats- und torische Linsen von führenden Herstellern wie Acuvue, Air Optix, Biofinity und Dailies. Alle Linsen können mit deinen Rezeptwerten direkt bestellt werden. Wer zum ersten Mal bestellt, erhält auf Wunsch eine kostenlose Probelinse vor der Hauptbestellung.
Unser Kundenservice berät bei Fragen zu Sehstärken, Linsentypen und Pflegeprodukten – ohne Provision, dafür mit echtem Fachwissen.